Ausbildung

Die Ausbildung der Einsatzkräfte ist die Vorraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit. Das beste Werkzeug hilft nicht, wenn damit nicht richtig umgegangen wird. Auch sollte man als Feuerwehrmann/frau sich ein wenig mit Bränden auskennen (welchen Brand lösche ich mit welchem Löschmittel), mit den Aufbau von Fahrzeugen (Wo kann ich die Schere ansetzen) und den Grundlagen der Chemie und Physik. Zusätzlich soll jede Einsatzkraft in der Lage sein, Erste Hilfe zu leisten und Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu betreuen.

Feuerwehrgrundlehrgang

Der Grundstein für eine Karriere bei der Feuerwehr wird im Feuerwehrgerundlehrgang gelegt. In zwei Abschnitten wird alles notwenige unterrichtet, damit die Einsatzkraft als Truppmann an jedem Einsatz teilnehmen kann. Dabei werden oft nur notwenige Grundlagen vermittelt, eine Vertiefung von Themen findet dann später in weiteren Lehrgängen statt.

Im Grundlehrgang werden zum Beispiel unterrichtet:
  • Rechtsgrundlagen (Rechte & Pflichten eines Feuerwehrmanns/frau, Rechte und Pflichten von Feuerwehrfremden Personen, Aufgaben der Gemeinde)
  • Aufbau der Feuerwehr (welche Löschzuge gibt es, welche Fahrzeuge haben die Löschzüge, wer hat das Sagen)
  • Unfallverhütungsvorschriften 
  • Feuerwehrdienstvorschriften (z.B.: Die Einheit im Löschangriff FwDV 3)
  • Fahrzeugkunde (welche Fahrzeuge gibt es bei der Feuerwehr und für welche Einsätze und Situationen werden diese verwendet)
  • Gerätekunde (welche Geräte sind wofür, wie funktionieren diese, wie werden sie bedient)
  • Brand- und Löschlehre (Was ist eigentlich ein FEUER?, bei welchem Feuer verwendet man welches Löschmittel)
  • Durchführung von Brandsicherheitswachen
  • Technische Hilfeleistung (Umgang mit Schere und Spreitzer, wie "zerlege" ich einen PKW)
  • Erste Hilfe
  • Retten und Selbstretten (Abseilen, Umgang mit tragbaren Feuerwehrleitern etc., Einsatz der Fluchthaube)
  • Einsatztaktik (wie geht die Feuerwehr bei welchen Einsätzen vor, Standarteinsatzgrundlagen)
  • Gefahren an der Einsatzstelle 
  • und vieles mehr
Der Feuerwehrgrundlehrgang dauert insgesamt 12 Wochen (in zwei Abschnitten zu je 6 Wochen). Dabei wird in der Woche an einigen Tagen auch Abends unterrichtet bzw. praktisch geübt. Am Wochenende ist der Samstag meist von morgen bis zum späten Nachmittig für den aktiven Einsatzdienst gelernt.

Jeder Abschnitt der Grundausbildung wird mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung, bei Bedarf auch noch einer mündlichen Prüfung abgeschlossen.

Einige Bilder aus einem Grundlehrgang. Hier wird gerade ein Löschangriff geübt. Wie die Übung abzulaufen hat, ist in der Feuerwehrdienstvorschrift FwDv 3 - Die Einheiten im Löschangriff ganau beschrieben.

Atemschutzlehrgänge/Seminare

Grundlehrgang / Fortbildung

Im Atemschutzgrundlehrgang lernen die Teilnehmer die Bedienung und Handhabung des Gerätes.

Durch eine sogenannte Atemschutzübungsstrecke werden die angehenden Atemschutzgeräteträger unter erschwerten Bedingungen an das Tragen eines solchen Gerätes gewöhnt.

Jeder Atemschutzgeräteträger muss jedes Jahr erneut durch die Übungsstrecke.

Atemschutzseminar

Das Atemschutzseminar soll den Teilnehmern das taktische Vorgehen unter Atemschutz verdeutlichen. Vor allem die richtige Verwendung des Hohlstrahrohres wird dort gelehrt.

Ein Hohlstrahlrohr ermöglicht, dass man das Wasser feiner im Raum abgeben kann. Deshalb kann es, neben dem Löschen des Brandes, auch zum Abkühlen des Brandrauches verwendet werden, was eine Rauchgasdurchzündung wirkungsvoll verhindern kann.

Ein weiterer Themenschwerpunkt ist das Retten von Feuerwehrkameraden, die während eines Atemschutzeinsatzes verunglücken. Unter Umständen muss bei der Rettung des verunfallten Feuerwehrmannes/frau eine neue Atemluftflasche an die Maske angeschlossen werden. Nartürlich unter erschwerten Bedingungen. Im Einsatz kann Rauch die Sicht behindern, bei der Übung verhindert eine undurchsichtige Abdeckung gute Sicht.

Wärmegewöhnung

In regelmäßigen Abständen müssen die Kameraden durch ein Brandsimulationhaus bzw. einen Container gehen. In dieser Einrichtung wird ein Brand simuliert, indem Gas gezielt aus Rohre entweicht und gezündet wird. So kann jeder Zeit das Feuer "gestoppt" werden, indem die Gaszufuhr unterbrochen wird.

Neben der Wärmegewöhnung kann auch nochmal das Strahlrohrtraining geprobt werden.

Löschgruppen-/Löschzugdienst

Lehrgänge haben nur eine gewisse Dauer, in der meist nur grundliegende Inhalte behandelt werden können. Das Vertiefen der Kenntnisse und ständiges Üben der erlernten Fähigkeiten ist nur in den Löschgruppen- und Löschzugdiensten möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass dort auch die Zusammenarbeit mit den Kameraden verbessert werden kann, denn im Erstfall muss jeder Handgriff sitzen.

Bei Lehrgängen werden die Teilnehmer meist aus unterschiedlichen Einheiten und Feuerwehren zusammen gewürfelt, die so im Einsatz nicht zusammenarbeiten.

Im Löschgruppen-/Löschzugdienst, der i.d.R. alle 14 Tage stattfindet, kann das ganze Spektrum an Feuerwehrübungen und Themen durchgenommen werden.

Im Sommer werden oft praktische Übungen, wie Brandeinsatz oder Hilfeleistungen, durchgeführt. Im Winter wird dagegen oft Theoretischer Unterricht durchgeführt, wie Gesetzesgrundlage oder Erste Hilfe. 

Weitere Lehrgänge

Nartürlich sind das noch nicht alle Lehrgänge, die es gibt. Hier mal eine Auflistung von weiteren Lehrgängen.

  • Sprechfunkerlehrgang
  • Kettensägenlehrgang
  • Maschinistenlehrgang
  • Drehlleiter-Maschinisten
  • ABC (Atomare, Biologische und Chemische gefährliche Stoffe)
  • Rettungshelfer
  • Truppführer
  • Brandmeister
  • weitere Führungslehrgänge
  • Ein Teil der Lehrgänge wird auf Kreisebene durchgeführt. Ab dem Lehrgang Brandmeister muss jedoch die Landesfeuerwehrschule in Münster besucht werden.

    Antreten zur Löschübung
    Antreten zur Übung!
    Wasser- und Schlauchtrupp sorgen für genug Wasser
    Wasser- und Schlauchtrupp kuppeln eine Saugleitung zusammen

    Die Löschübung läuft ...
    Wassertrupp erhält einen neuen Befehl


    Der Ausbilder erklärt dem Feuerwehrmann den Umgang mit dem Hohlstrahlrohr
    Notfalltraining
    Notfalltraining