MANV Einsatz
Datum / Uhrzeit: Freitag, den 24.07.2015 - 17:23 Uhr
Einsatzort:
(Die Karte zeigt nur einen ungefähr groben Punkt zur Orientierung an.)
[Update 1] Sportzentrum Ransberg (Dülken)
  • Überschrift / Einsatzstichwort: Amtshilfe
    Bericht:

    Die Stadt Viersen erhielt am Mittwochabend nach Büroschluss eine Mitteilung der Bezirksregierung Düsseldorf, das bis Freitag 18 Uhr eine Notaufnahmestation für etwa 150 Flüchtlinge hergerichtet werden muss.

    Diese Mitteilung wurde erst am Donnerstagmorgen von Mitarbeitern der Stadt gelesen. Unverzüglich wurde ein Krisenstab, unter anderem mit Feuerwehrführungskräften, gebildet. Zunächst galt es eine geeignete und verfügbare Unterkunft zu finden.

    Die Entscheidung fiel auf die Sporthalle Ransberg in Viersen-Dülken. Im Anschluss an die Krisensitzung wurden die Hilfsorganisationen mit dem Herrichten der Halle beauftragt. Zusätzlich mussten weitere Firmen beauftrag werden. So wurden vor der Halle Sanitärcontainer mit Toiletten und Duschen aufgestellt. In der Halle wurde ein Teppichboden ausgelegt.

    Am Freitag um 17:20 Uhr, und damit kurz vor den geplanten Eintreffen der Flüchtlinge, wurde die 3. und 4. Löschgruppe des Löschzugs Viersen im Rahmen der Amtshilfe zur Unterstützung alarmiert.

    So unterstützte die Feuerwehr den Aufbau der Trennwände in der Halle, die ein wenig Privatsphäre sicherstellen sollen. Zudem unterstützte die Feuerwehr beim Aufbau von Zelten außerhalb der Halle.


    Offizielle Pressemitteilung der Stadt Viersen (Quelle: www.viersen.de)

    Kurzfristige Anweisung der Bezirksregierung

    Die Stadt Viersen ist am Mittwochabend, 22. Juli 2015, von der Bezirksregierung Düsseldorf aufgefordert worden, ab Freitag, 24. Juli 2015, 18 Uhr, weitere 150 Flüchtlinge aufzunehmen. Anders als bisher handelt es sich hier nicht um eine Zuweisung, vielmehr wurde die Stadt per Verfügung aufgefordert, „sofort und umgehend zumindest für den Zeitraum von drei Wochen Unterbringungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge bereitzustellen“. Hintergrund ist der Umstand, dass die zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes für die Erstaufnahme von Flüchtlingen vollständig belegt sind. Es sei auch keine Entspannung der Situation in den nächsten Tagen zu erwarten.

    Viersens Erster Beigeordneter Dr. Paul Schrömbges sagte bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag, 23. Juli: „Natürlich stellen wir uns dieser menschlichen Verantwortung. Nichts desto trotz trägt das Land das Problem auf dem Rücken der Kommunen aus. Das Land ist dringend aufgefordert, auf der eigenen Ebene nach Lösungen zu suchen und nicht zusätzlichen Druck auf die Kommunen auszuüben.“

    Da die Anweisung der Bezirksregierung am Mittwoch erst nach Dienstschluss eingegangen war, konnten die Arbeiten zur Umsetzung der Anweisung aus Düsseldorf erst am Donnerstagmorgen beginnen. Dr. Schrömbges: „Wenn das Schreiben zwei Stunden früher eingegangen wäre, hätten wir einen halben Tag mehr Zeit zur Vorbereitung gehabt.“

    Die Notunterbringung erfolgt zunächst in der Sporthalle Ransberg. Die betroffenen städtischen Dienststellen und hinzugezogene Hilfsdienste haben damit begonnen, die Halle und das Umfeld entsprechend einzurichten. Das bedeutet unter anderem, dass Teile des Parkplatzes und der Wohnmobilstellplatz bis auf weiteres nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Das Bad Ransberg ist von den Einschränkungen nicht betroffen.

    Die Stadt Viersen geht aufgrund der allgemeinen Entwicklung der Flüchtlingssituation nicht davon aus, dass für die angekündigten 150 Flüchtlinge innerhalb der nächsten drei Wochen neue Unterkunftsmöglichkeiten durch das Land bereitgestellt werden. Deshalb wird mit Hochdruck nach Möglichkeiten gesucht, den Menschen eine andere Unterbringung zu bieten. Zurzeit werden mehrere Alternativen geprüft, in die die Flüchtlinge umziehen können. Ziel ist es, die Notunterbringung in der Sporthalle Ransberg spätestens bis zum Ende der Schulsommerferien beenden zu können.


    [1] 2. Pressemitteilung der Stadt Viersen (Quelle: www.viersen.de)


    Großer Einsatz von Stadt, Hilfsdiensten und Freiwilligen

    Dank des engagierten Einsatzes von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, von Hilfsdiensten, Viersener Handwerksbetrieben und Freiwilligen aus der Bevölkerung konnten die ersten 100 der sehr kurzfristig von der Bezirksregierung Düsseldorf angekündigten Flüchtlinge am Freitagabend an der Sporthalle Ransberg in Empfang genommen und gut versorgt werden. Die Stadt Viersen war von der Bezirksregierung per Anweisung verpflichtet worden, 150 Plätze für die Erstaufnahme von Flüchtlingen bereitzustellen, da das Land sich nicht in der Lage sieht, seine Aufgaben in diesem Bereich selbst zu erfüllen.

    Unmittelbar nach Bekanntwerden der Anweisung am Donnerstagmorgen begannen die Vorbereitungen für die Aufnahme der Menschen, die bei uns Zuflucht suchen. Der „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ (SAE), der lokale Krisenstab, trat noch an diesem Tag und an allen folgenden Tagen bis heute zusammen. Aufgabe des Stabes ist die Koordination der Arbeiten und die Verteilung der Aufgaben auf die einzelnen Fachbereiche der Stadtverwaltung, die Hilfsdienste, die Polizei und weitere Organisationen.

    Am Freitag wurde die Sporthalle Ransberg für die Aufnahme der Flüchtlinge hergerichtet. Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, die Feuerwehr Viersen, der städtische Bauhof und das Gebäudemanagement sorgten in Zusammenarbeit mit kurzfristig bereitstehenden Viersener Handwerksbetrieben für die Einrichtung von Schlafplätzen vorrangig in abgeteilten Kabinen für vier bis zwölf Personen, Toilettenwagen, Duschen, Aufenthaltsbereiche, einen Wickelbereich für Kleinkinder und eine Essensausgabe. Ein Hausmeister wurde am Freitag kurzfristig eingestellt.

    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet hatten, nahmen die in zwei Bussen zeitversetzt eintreffenden Flüchtlinge in Empfang. Anschließend wurden die Menschen zunächst von Ärzten des Kreis-Gesundheitsamtes untersucht und registriert. Sie erhielten ein Erstversorgungspaket mit Hygieneartikeln, Getränke und Essen. Die Mahlzeiten werden im Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH) zubereitet und von dort in die Sporthalle Ransberg geliefert. Die Freiwilligen-Zentrale unterstützte mit der Bereitstellung von Dolmetscherinnen und Dolmetschern.

    Die Ankunft der beiden Busse wurde von zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern beobachtet. Der Einsatz der Polizei konnte sich aber darauf beschränken, während der kurzen Phasen des Aussteigens aus den Bussen den Verkehr auf der Straße vor dem Ransbergbad für jeweils wenige Minuten umzuleiten.

    Erster Beigeordneter Dr. Paul Schrömbges, der selbst am Freitag den Empfang der Flüchtlinge an der Ransberghalle begleitete, dankte allen Helferinnen und Helfern für die kurzfristige Bereitschaft, den Empfang der ankommenden Menschen so reibungslos und angenehm wie möglich zu gestalten. Er dankte auch den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Hilfe anboten oder nachfragten, ob Sachspenden benötigt werden. Manche dieser Spenden wurden sogar direkt an die Halle gebracht. Er wies darauf hin, dass die Koordination der Hilfe für Flüchtlinge über den „Runden Tisch Asyl“ derzeit vom SKM koordiniert wird. Dieser ist unter Telefon 02162 29288 oder per E-Mail an info@skm-kempen-viersen.de zu erreichen. Dort gibt es einen Überblick, welche Art von Unterstützung besonders benötigt wird.

    Am Samstagmorgen besuchten Bürgermeister Günter Thönnessen, der seinen Urlaub unterbrach, sowie die beiden Dülkener Pfarrer Stephan Sander (evangelisch) und Rainer Thoma (katholisch) die Flüchtlinge und die engagierten Helfer in und vor der Halle am Ransberg. Bürgermeister Thönnessen lobte den Einsatz aller Beteiligten, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hatten. In den kommenden Tagen wird die Stadt Viersen die bereits begonnene Suche nach alternativen Unterkunftsmöglichkeiten für die Flüchtlinge fortsetzen, da die Unterbringung in der Sporthalle nur eine vorübergehende Lösung sein kann. Ob noch eine weitere Zuweisung erfolgt, mit der die zur Verfügung stehende Kapazität von 150 Plätzen ausgefüllt wird, ist zurzeit nicht bekannt.

    Zahlen, Daten, Fakten

    Die Flüchtlinge, die am Freitag Viersen erreichten, stammen aus zehn Ländern: Libanon, Syrien, Serbien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nigeria, Ghana, Iran und Pakistan. Etwas mehr als die Hälfte kommt aus den Balkanstaaten, aus Syrien und dem Libanon zusammen ein knappes Drittel. Der Rest verteilt sich auf die anderen Staaten.

    Angekommen sind 70 Männer und 31 Frauen. Unter den Flüchtlingen sind 23 Familienverbünde mit insgesamt 35 Kindern. Gezählt wurden 19 allein reisende Männer und eine allein reisende Frau. Der älteste Flüchtling ist 53 Jahre alt, die jüngsten sind drei wenige Wochen oder Monate alte Säuglinge.


    Änderungsindex

     

    [1] 25.07.2015 16:15 Hinzufügen einer weiteren Pressemitteilung der Stadt Viersen

    Alarmierte Einheiten:
    • THW
    • DRK
    • Ordnungsamt der Stadt Viersen
    • Kreis-Gesundheitsbehörde
    • Löschgruppe Hoser
    • Löschgruppe Helenabrunn
    • Polizei
    Ausgerückte Einsatzfahrzeuge:
    (Es werden nur die vom Gerätehaus Viersen-Süd ausgerückten Fahrzeuge angezeigt. Im Regelfall werden weitere Fahrzeuge von anderen Wachen ebenfalls ausgerückt sein.)
    HLF 20/16 3. Löschgruppe MTF 3.Löschgruppe MTF 4.Löschgruppe ELW Leitungsdienst ELW Wehrführer
    Presseberichte zu diesen Einsatz 24.07.2015 von RP Online

    Turnhalle wird zur Notunterkunft


    25.05.2015 von ExtraTipp Online

    Das soll uns erstmal jemand nachmachen